Das Projekt untersucht die Remigration von Übersetzerinnen und Übersetzern nach 1945 sowie ihre Rolle in den kulturellen und politischen Neuordnungsprozessen der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Forschungsschwerpunkte im Projektverbund
Die Tagung bot einen Einblick in die laufenden Arbeiten der drei Standorte. Präsentiert wurden unter anderem:
- Übersetzungspraktiken in Zeitschriften der Besatzungszonen (Mainz/Germersheim)
- Remigration und wissenschaftliche Netzwerke von Übersetzer*innen (Graz)
- Die Schweiz als Vermittlungsraum und Akteur im Buchhandel nach 1945 (Lausanne)
- Politische Rahmungen und Sichtbarkeit von Übersetzungen im Kontext des österreichischen Staatsvertrags (Graz)
Weitere Beiträge widmeten sich Nachlässen, religiös motivierten Übersetzungen, bibliographischen Erfassungspraktiken sowie der Rolle von Verlagen und Kulturinstitutionen als Akteure kultureller Neuorientierung.
Rahmenprogramm
Eine von Sabine Baumann kuratierte Ausstellung zeigte ausgewählte Übersetzerbiografien, Zeitschriften und Archivmaterialien aus dem Forschungsumfeld. Der Austausch zwischen Projektmitgliedern und Gästen aus Verlagen, Archiven und Forschungseinrichtungen wurde in Diskussionen, Pausen und informellen Gesprächen vertieft.
Ausblick
Die Tagung markiert einen wichtigen Meilenstein im zweiten Projektjahr. Die nächsten Veranstaltungen des Forschungsverbunds finden 2026 in Lausanne und Graz statt und vertiefen die Perspektiven auf Übersetzung, Exil und kulturelle Vermittlung weiter.
Darüber hinaus ist geplant, die Beiträge der Tagung in geeigneter Form zu veröffentlichen.
Verfasst von Xiao Liu und Emma Steinbock